Inhaltsverzeichnis
September 2025
Rückblick und Ausblick auf Veranstaltungen
Mit einem Superlativ ist mit Sicherheit die Besucheranzahl mit über 8000 Besuchern bei fast 30 Veranstaltungen zu nennen, genauso wie die riesige Menschenschlange vor dem Kirchpark Open Air „Mit Mozart in die Nacht“, die einer lebendigen Kette gleich bis auf den Markt und zum Lehngericht reichte und teilweise Kapazitätsgrenzen aufzeigte.
Emotionaler Höhepunkt waren aus Sicht der Veranstalter allerdings 2 ganz besondere Kurzkonzerte: die des Ausnahmekünstlers Felix Klieser, der, ohne Arme geboren, in unwahrscheinlich präsenter und eindrucksvoller Virtuosität zeigte, dass ein Wille zwar sprichwörtlich keine Berge versetzt, aber Lebenswege und Ausweglosigkeiten ebnen kann - zweifelsohne ein Gänsehautmoment zum Innehalten.
Und als 2. Veranstaltung die Verabschiedung der „Königin der Instrumente“, der Hauptorgel unserer Stadtkirche, in eine Umbau-, Rekonstruktions- und Neuerfindungsphase, wie es das Instrument seit seiner Errichtung im Jahre 1896 noch nicht erlebt hat.
Hochemotional und bei einigen gesichteten Tränen an diesem Tag, nicht nur unter den Besuchern, sondern auch bei den Organisatoren selbst, verabschiedete sich unser lieb gewordenes Instrument, um nach einer Metamorphose mit nie erlebter Strahlkraft im Herbst des kommenden Jahres für uns alle wieder erklingen zu können. Dieses Konzert, das erstmal das Ende der Bespielbarkeit der Orgel einläutete, war zugleich der Anfang des großen gewaltigen Finales zur Installation der 360 Grad Klangwelt in unserer Kirche.
In einem ab diesem Monat beginnenden Sprint werden nunmehr alle Filialwerke einer gemeinsamen Vollendung entgegensehen. Dabei werden alle geplanten 6 Teilorgeln nach und nach funktionsfähig werden. Hierzu werden in ununterbrochener direkter Präsenz bis zu 6 Mitarbeiter der bauausführenden Orgelbaufirma Schuke aus dem brandenburgischen Werder hier direkt vor Ort tätig werden. Als zusätzliches Sahnehäubchen werden alle 6 Filialwerke mit den bereits beschriebenen Vogelstimmen des französischen Ornithologen François Morel ausgestattet und 2 zusätzliche musikalische Leckerbissen als Filialwerk 7 und 8, die Original- Marimba unseres unvergessenen „Swingkönigs“ Fips Fleischer (hier bereits berichtet) und als weitere Überraschung ein völlig neues Filialwerk „Sommer-Harmonica“ installiert werden. Letztere 2 werden durch eine transparente Gestaltung, ähnlich, wie es die Besucher bei den riesigen Basspfeifen auf den Emporen bereits sehen konnten, für jedermann auch in ihrer Funktionsweise sichtbar gemacht. Freuen Sie sich mit uns auf die ganz großen Baufortschritte und bleiben Sie uns gewogen durch Ihr Mittragen und Ihre Mithilfe.
Dazu wird es beispielweise am 30.11.2025, dem ersten Adventssonntag, um 15 und 17 Uhr ein Weihnachtskonzert mit dem Philharmonischen Kinderchor Dresden ausgerichtet von den 2 Vereinen Lions Club und 360 Grad e.V. geben. Seien Sie dabei und unterstützen Sie auch damit die Errichtung der 360 Grad Klangwelt - und bringen Sie sehr gern Ihre Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn mit.
August 2025
Von Augustusburgern für Augustusburg
„Neue Welten“ beschreitet auch die 360 Grad Klangwelt Augustusburg, die sich zu Ihrer Fertigstellung zu einem weltweit einmaligen musikalischen Kleinod gemausert haben wird. Dabei sind es vor allem ausschließlich regionale Handwerker Augustusburgs und des Augustusburger Landes, die neben der bauausführenden Orgelfirma Schuke, dieses klingende Meisterwerk vor unseren Augen entstehen lassen. Somit kann nicht ohne Brise Stolz gesagt werden, dass Augustusburger für Augustusburger dieses große Vorhaben direkt vor unseren Augen entstehen lassen.
Hervorzuheben sind hier ohne Wertung der Reihenfolge die Erdmannsdorfer Zimmerei Reinhard Arnold, die sämtliche Tischler- und Zimmereiarbeiten in teils unwegsames Terrain v.a. im Bereich der Emporen souverän gemeistert hat. Die ebenfalls in Erdmannsdorf ansässige Elektrofirma Thomas Findeisen hat mit 3 Generationen zum Einsatz gebrachter Fachkompetenz die gesamte Elektro- und Datenübertragungstechnologie erbracht. Ein wahres Meisterwerk gelang der Firma Diamantbohrtechnik Carsten Lohse mit dem Legen von Kernbohrungen in der Gemengelage von einem mitunter überraschendem Bruchstein-, Naturstein- und Ziegelmauerwerk in den teilweise bis zu 3m starken Fensterlaibungen der historischen Stadtkirche, ohne dass auch nur ein klitzekleines Stückchen Putz Schaden genommen hätte. Die Gerüste des Grünberger Gerüstbauers Herbert König ermöglichten überhaupt erst ein Hantieren in luftigen Höhen und mit Hilfe eines eigentlich für die Dachdeckerei genutzten Schrägaufzuges der Marbacher Dachdeckerfirma Andre Molch wurden zugegebenermaßen abenteuerlich die bis zu 10m langen Basspfeifen u.a. des Gehörlosenregisters und des Vulkanbasses auf die Emporen bugsiert. Und, dass wir das meisterliche Zusammenspiel der Registertechnik in Windladen und Pfeifen auch sehen können, verdanken wir der Glaserei von Thomas Lantzsch, deren eingebautes Sicherheitsglas einen Blick in die Emporen für alle Besucher ermöglicht und die Dimensionen erahnen lässt.
Das kollegiale Zusammenspiel all dieser einheimischen Firmen zu sehen, war uns eine große Freude - das Ergebnis ist noch viel beeindruckender! Somit wird die Errichtung der 360 Grad Klangwelt zu einem beredten Zeugnis gelebten bürgerschaftlichen Engagements, der der gesellschaftliche Kit unseres Landes ist und bleibt. Dafür ein großes Dankeschön!
Juli 2025
„Alles kommt vom Bergwerk her“ - auch in der 360 Grad Klangwelt
Auch der Bau der Augustusburger 360 Grad Klangwelt schreitet in großen Teilschritten voran. Die Verwendung einheimischer Materialien wie regionales Fichtenholz oder aber der Guss neuer Prospektpfeifen aus Freiberger Zinn ist ein zentraler Baustein in der Philosophie der Errichtung. Besonders eindrucksvoll soll jedoch der Zusammenhang zwischen dem heimischen, aus porphyrischem Ergussgestein, dem Quarzporphyr, bestehenden Vulkan, der vor über 280 Mio. Jahren, im Zeitalter des Perm, den nunmehr 516m hohen Schellenberg formte, dem Bau von Schloss Augustusburg von 1568 – 1572, dem Wachsen und Entstehen der Stadt Schellenberg mitsamt ihren Häusern und Straßen, die erst viel später in Stadt Augustusburg umbenannt wurde, und der jetzt entstehenden 360 Grad Orgelklangwelt hergestellt werden.
Das Bindeglied all dieser Ereignisse ist genannter Quarzporphyr, ein sehr hartes sprödes Gestein, das sowohl beim Bau von Schloss Augustusburg, der Stadt und nunmehr auch der 360 Grad Klangwelt zum Einsatz kommt. Sie fragen sich sicher, wie denn dieses Vulkangestein Einzug in ein Instrument finden kann - die Antwort ist simpel: Die Orgelpfeifen selbst werden mit Hilfe eines mit Luft gefüllten Balges kontinuierlich mit Luft versorgt, der wiederum mit definiertem Gewicht versehen werden muss, um die Luft auch abgeben zu können. Und genau dieses Gewicht wird durch im hiesigen, extra seit über 100 Jahren Ruhezeit dafür wieder nutzbar gemachten Augustusburger Steinbruch (gelegen am Fuße der Burg) mit Hilfe besagter Porphyrsteine, die dann auf dem Orgelbalg liegen werden, generiert. Dieser Bereich, in dem man dann die Orgel förmlich atmen sehen wird, wird den Besuchern auf der rechten Emporenseite sichtbar gemacht werden, um am Ende das Grummeln im Bauch, hervorgerufen durch die insgesamt zwölf 32 Fuß Pfeifen des Vulkanbassregisters, nicht nur zu hören, sondern auch spüren und sehen zu können. Vielleicht ist es ja das tiefe geheimnisvolle Grummeln des erloschenen Vulkanes unter Ihnen tief im Schellenberg mit seinem porphyrischen Ergussgestein, das Ihnen dieses ganz besondere eindrucksvolle Gesamterlebnis bieten wird - lassen Sie sich überraschen.
Gemeinsam mit dem Gehörlosenregister (letzte Ausgabe des Anzeigers) wird der Vulkanbass die breite wohlige satte Basis der 360 Grad Klangwelt bilden, auf der Sie selbst buchstäblich Platz nehmen dürfen. Alles kommt vom Bergwerk her- auch die 360 Grad Klangwelt, die vor unseren Augen hier entsteht.
Juni 2025
Grönemeyer und die neue „360 Grad Klangwelt”

„Neue Welten“ beschreitet die Augustusburger Stadtkirche aktuell auch mit der Installation der revolutionären „360 Grad Klangwelt“, die in einem fulminanten Baufortschritt immer mehr ihrer Vollendung entgegensieht. Nach dem bereits im vergangenen Jahr fertiggestellten neuen nunmehr schon sichtbaren ersten neuen Filialwerk wurde im vergangenen Monat Mai in einer sehr aufwendigen Installation u.a. neben dem in der Urplanung vorgesehenen Vulkanbassregister auch ein zusätzliches, eigentlich nicht geplantes, waagerecht liegendes Gehörlosenregister, das wiederum ein weltweit absolutes Alleinstellungsmerkmal hier in der 360 Grad Klangwelt besitzen wird, eingebaut.
Die Idee dahinter ist, dass v.a. tiefe Töne in Frequenzen (unter 20 Hertz) klingen, die dem normalen menschlichen Hörvermögen nicht mehr zugänglich sind, also im menschlichen Infraschallspektrum klingen werden, aber die durch eine raffinierte Übertragung der Wellen in ihrer Tiefenwirkung auf Muskulatur und Knochen propriozeptiv gespürt werden können. Damit entsteht nicht nur ein inklusives, barrierefreies Hörerlebnis für Gehörlose und Menschen mit erworbenen Höreinschränkungen, sondern auch gesunde, normal Hörende werden die Musik spüren und fühlen.
Inspiriert durch den Song von Herbert Grönemeyer „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ und nur ermöglicht durch die Unterstützung durch das „Lieblingsplätzeprogramm“ des Landkreises Mittelsachsen werden Sie zukünftig zusätzliche 31 neue Pfeifen, eine Kombination aus 16, 32 und 64 Fuß Pfeifen mit fast 10m Länge selbst erspüren können – angesteuert von zwei separaten Motoren und Gebläsen. Wie das geht? Ganz einfach: Sie werden auf diesen Pfeifen genau so wie auf den Pfeifen des neuen Vulkanbassregisters (darüber wurde berichtet) sitzen können, und zusätzlich durch in die Trittstufen extra eingearbeitete Ziergitter werden sich die wohligen Schwingungen im gesamten Kirchenraum verteilen. Und damit nicht genug: Sie werden sowohl das Gehörlosenregister als auch den Vulkanbass in ihrem Wirken sehen können. Somit gibt’s Musik mit allen Sinnen erlebbar: Hören, Fühlen, Sehen.
Mai 2025
Die Öffnung des Emporenbodens


„Neue Welten“ beschritt nicht nur der Patenkomponist des diesjährigen Musiksommers, Antonín Dvořák, der damals schon dazu eine gehörige Portion Fortune, Mut und Gottvertrauen notwendig brauchte, um mit dem Ozeandampfer nach Amerika auszuwandern, sondern auch wir in Augustusburg beschreiten aktuell musikalisch „Neue Welten“. Mit der Errichtung der „360 Grad Klangwelt“, einer weltweit einzigartigen Klanginstallation, werden weit über 4000 Orgelpfeifen angeordnet in 6 Orgelwerken einen nie gehörten Raumklang vermitteln und mehr noch - durch die Anordnung v.a. tiefer Basspfeifen unter den Emporensitzbänken, werden Sie Orgel nicht nur hören, sondern in der Tiefenwirkung auch fühlen können.
Und genau dafür haben in den letzten Wochen die Vorbereitungen begonnen - unter den fleißigen geschickten Händen der ortansässigen Firmen Zimmerei Arnold und Elektro Findeisen wurden beiden Emporen geöffnet und zur Aufnahme der bis zu 10m langen Basspfeifen, auf denen Sie dann quasi sitzen werden, vorbereitet. Diese Basspfeifen werden einen vulkangleichen, auch in der Tiefenrezeption gut zu spürenden Klang erzeugen, wie Sie ihn noch nie erlebt haben. Hinzu kommt als weitere Sensation und wiederum mit absolutem Alleinstellungsmerkmal hier in Augustusburg der zusätzliche Einbau eines inklusiven Gehörlosenregisters im Infraschallbereich, dessen Realisierung u.a. erst durch die großzügige Unterstützung des Landkreises Mittelsachsen im Rahmen des „Lieblingsplätzeprogrammes“ ermöglicht werden konnte. Dazu werden wir später an dieser Stelle berichten. Ab 5. Mai schließlich werden dann die besagten Pfeifen ihren Weg aus der Werkstatt der Orgelbaufirma Schuke in Werder zu uns ins Erzgebirge antreten, um gemeinsam mit den bereits vollendeten und installierten Teilinstrumenten wohlklingender und harmonischer Bestandteil der neuen „360 Grad Klangwelt werden zu können.
Ein neues Kulturdenkmal entsteht direkt vor Ihren Augen - und Sie können gern dabei sein! Die finale Fertigstellung wird bis Ende 2025/ Anfang 2026 unsere Geduld strapazieren, aber auch die große Vorfreude für das, was dort entsteht, steigern.
April 2025
Mittendrin in der Natur - Wie die Vögel Einzug in die 360 Grad Klangwelt halten werden
Einem Leuchtturm gleich steht die Augustusburg weit sichtbar von allen Seiten im Vorerzgebirge, und das seit über 450 Jahren. Die neu entstehende 360 Grad Klangwelt soll nach ihrer Fertigstellung ein kultureller, musikalischer Leuchtturm ebenfalls für viele Generationen werden und dazu bedarf es vieler Raffinessen, die dann im Gesamtergebnis ein wirkliches Kleinod mit Alleinstellungsmerkmal entstehen lassen. So war es tatsächlich ein riesengroßer Glücksfall, dass wir bei den Recherchen und Vorplanungen auf den französischen Naturforscher und Ornithologen François Morel aus Beaumont-en-Diois im Département Drôme gestoßen sind, der sich seit seiner Kindheit mit Vogelstimmen beschäftigt. Jede von ihm in Handarbeit hergestellte Pfeife ist ein Kunstwerk, und so sind im Laufe von mehr als 6 Jahrzehnten über 100 unterschiedliche Vogelstimmen von mehr als 60 verschiedenen Vögeln zusammengekommen: formschön, einzigartig und in der Tonumsetzung täuschend echt. Mal eine Flöte. Eine Pfeife. Ein Blas- Klopf- oder Zuginstrument, mal mit einem Gummibalg, mal mit Metall, mal mit Mundstück oder aber auch ohne. Je nachdem, wie das Individuum zwitschert. Fünf Jahre lagern die Hölzer, bis daraus eine Flöte wird. 12000 Pfeifen macht Morel jedes Jahr und verkauft sie in Länder aller Kontinente. Alles mit der Hand. Er wolle mit den Vögeln sprechen, sagt Morel. Und, das sei eine Kunst.
Und nachdem wir Francois unser Projekt vorgestellt hatten- was infolge der Sprachbarrieren zugegebenermaßen abenteuerlich verlief (wir sprechen nicht französisch, er nicht deutsch oder englisch)- haben wir gemeinsam mit ihm, dem Vogelflüsterer, unter dem Blickwinkel der prinzipiell technischen Umsetzung acht Vögel ausgewählt, die dann 360 Grad in der neuen Klangwelt einzeln oder gemeinsam, verteilt über den gesamten Kirchenraum zwitschern werden. Da es auch so etwas weltweit noch nicht gibt, ist die finale Umsetzung durch die Orgelbaufirma ebenfalls eine besondere, spannende Herausforderung. Die Herstellung der Vogelstimmenunikate hat der schon 73-jährige François Morel in seiner Firma „Quelle est belle“ - was frei übersetzt so viel heißt wie: „Ach, ist das schön!“- bereits im vergangenen Jahr beendet. Und es wird wirklich wunderschön werden, wenn unsere gefiederten Freunde mit ihrem Zwitschern, Pfeifen und Tirilieren in jedem einzelnen Filialwerk der 360 Grad Klangwelt Einzug halten werden und Sie, liebe Besucher, sich mittendrin in die Natur versetzt fühlen. Die Bebilderung des Artikels gibt Auskunft, welche Vogelarten durch die Tür unserer Kirche flattern dürfen und sich hernach ein Nest in unserer 360 Grad Klangwelt bauen dürfen: Der Rotschenkel, der Grünspecht, der Uhu, die Nachtigall, die Lachmöwe, der Kuckuck und zwei Sperlinge.
März 2025
Was Fontanes John Maynard mit der neuen Augustusburger 360 Grad Klangwelt verbindet
Die Installation der neuen 360° Klangwelt in unserer Augustusburger Stadtkirche, die in großen Schritten voranschreitet und damit auch einen Blick auf das Gesamtwerk erahnen lässt, schreibt tatsächlich nahezu täglich neue hübsche Geschichten, an denen wir Sie sehr gern teilhaben lassen wollen. Aktuell stehen die Röhrenglocken, die in einem eigenen Filialwerk in Analogie zur bereits sichtbaren gegenüberliegenden Teilorgel, hergestellt sind, im Mittelpunkt der fortschreitenden Montagearbeiten. Die ein richtiges Glockengeläut imitierenden, aus ca. 3 cm dickem Messing bestehenden Röhren unterschiedlicher Länge wurden ursprünglich erschaffen, um in einem Orchester Platz zu sparen ohne auf den präsenten, volltönigen Klang von Kirchenglocken verzichten zu müssen und sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts durchaus gebräuchlich.
Im entstehenden Augustusburger Röhrenglockenwerk besteht die Einmaligkeit und Besonderheit darin, dass mit insgesamt 37 Röhrenglocken ein Klangumfang von ca. 3 Oktaven abgebildet wird. Die unterschiedlichen Töne werden durch die verschiedenen Längen der Röhren generiert - die Röhrenglocke mit dem höchsten Ton wird ca. 70cm lang sein, die ihrer tiefsten Schwester hingegen reichlich 2,10m und das mit einem Gesamtgewicht von ca. 104 kg! (Die amerikanische Herstellerfirma hat tatsächlich die tiefste von uns beauftragte Röhre nicht mehr auf die Drehbank bekommen und musste bei der Herstellung ein wenig „improvisieren“.)
Alle Röhrenglocken werden dann ungedämpft mit über die Orgeltastatur vom Generalspieltisch angesteuerten Elektromagneten zum Klingen gebracht und das mit bis zu 10 Fingern! Bleibt die Frage nach Theodor Fontanes John Maynard! Bekannterweise flog der ja mit seiner Schwalbe über den amerikanischen Eriesee. Und auch unsere Röhrenglocken haben den Eriesee in Pennsylvania gesehen - sind sie doch in der amerikanischen Stadt Erie extra für unsere Augustusburger 360 Grad Klangwelt erbaut worden. Hernach sind sie dann über den großen Teich nach Lich zur dortigen Firma der Gebrüder Julian & Philipp Heuss transportiert worden, die ihnen dann den wohlklingenden volltönigen Klang eingehaucht hat. Wir alle freuen uns auf die baldige Montage hier in unserer Kirche und die dann zum Klingen kommenden wohligen Glockentöne.
Januar 2025
Das Filialwerk Ost – Glockenklang von Übersee!

Die edlen, dezent goldfarbenen 35 Röhrenglocken sind echte Unikate und eine Spezialanfertigung für Augustusburg - sie werden aus den USA über den Seeweg zu uns gebracht und lehnen sich in der Gestaltung an das bereits montierte neue Filialwerk West an. Deren exquisiter Klang wird eine überaus spannende harmonische Bereicherung des Klangspektrums bewirken. Letzte Montagearbeiten laufen aktuell - voraussichtlicher Montagezeitpunkt des Werkes in unserer Kirche ist Februar 2025.
Die Pfeifen im Emporenboden – Freigabe für unseren Vulkan!
Nach Abschluss der Konstruktion aller 43 Holzpfeifen erfolgt hier ein inspirierender und zugleich schöpferischer Abstimmungsprozess zur Gestaltung. Die Raffinesse dabei ist, dass der Zuhörer faktisch auf den Pfeifen sitzen wird und damit Musik nicht nur hört, sondern auch fühlt. Durch die nunmehr geplante optische Gestaltung mit Glaselementen, wird dem Besucher zusätzlich ein Blick ins Innere der Pfeifenkonstruktion im Emporenboden ermöglicht, so dass man sehen kann, wie Orgel funktioniert. Auch das gibt es dann nur in Augustusburg! Der Arbeitsprozess mit Zimmerei, Elektriker und Orgelbaufirma befindet sich aktuell in der finalen Planungsphase.
Die Hauptorgel & Altarorgel
Für alle großen Maßnahmen laufen aktuell die Planungen und Konstruktionen. Der Ausbau und die Erweiterung der Hauptorgel starten im Sommer 2025, u.a. mit der technischen und klanglichen Erweiterung der Hauptorgel um 6 Register. Durch die Verwendung völlig neuer, exquisiter Register (z.B. Celesta) entsteht auch hier ein völlig neues, sehr subtiles Klangerlebnis unter Wahrung des historischen, romantischen Charakters der Orgel.
Der Spieltisch – Tasten, Knöpfe und Zahlen über Zahlen
Die Detail-Konfiguration des neuen Generalspieltisches, von dem in Zukunft alle 6 Teilorgeln gleichzeitig angesteuert werden, wurde im November abgeschlossen und der Auftrag zur Herstellung ausgelöst. Gleich mit Beginn des neuen Jahres 2025 wird die Firma Heuss den Spieltisch mit all seinen 3 Manualen, Pedal, 157 Registerschaltern, 24 Leuchtdrucktastern, 4 Fußpistons, 183 Manualtasten (mit sehr edlen Naturbelägen, z.B. aus Ebenholz) und 30 Pedaltasten (Eiche) anfertigen.
Unser Marimbaphon-Register – nach vielen Weltreisen zurück in Augustusburg
Ein wahrer Coup ist in diesem Sommer gelungen! Das originale Marimbaphon der Jazz-Legende Fips Fleischer (1923-2002), dem weltbekannten Swingmusiker aus Augustusburg, kommt nach vielen Konzertreisen um den gesamten Globus zurück nach Hause, zurück nach Augustusburg! Mithilfe eines speziellen, raffiniert ausgeklügelten, ganz einmaligen Ansteuerungs-Mechanismus‘ wird das Schlaginstrument Teil unserer 360° Klangwelt und wird sich mit dem kecken Klang seiner über 40 Klangröhren unter die über 4000 Pfeifen mischen. Auch hier soll neben dem akustischen Hochgenuss dieses Spitzeninstrumentes eine Sichtbarmachung ermöglicht werden. Eben Musik mit allen Sinnen genießen!
Dezember 2024
Einmal den Orgelbauern über die Pfeifen schauen…
„Einmal sehen ist besser, als zehnmal hören.“ – Getreu dieses Mottos versammelten sich Helferinnen und Helfer des Augustusburger Musiksommers am 20.11., dem Buß- und Bettag, um in der Orgelbauwerkstatt der Alexander Schuke Orgelbau GmbH im brandenburgischen Werder mit eigenen Augen den Baufortschritt der Teilorgeln zur neuen 360° Klangwelt zu sehen. Und sie kamen aus dem Staunen nicht heraus: Kurzweilig, informativ und launig konnten sich die fast 50 Orgelinteressierten im Alter von 15 bis 87 Jahren, fachkundig geführt von den zwei geschäftsführenden Brüdern der Orgelbaufirma, Michael und Johannes Schuke, in den dortigen Werkstätten ein eigenes Bild vom Entstehen und Wachsen der Augustusburger 360° Klangwelt machen.
Dass es auch für den Augustusburger Orgelneubau neben Zinn-Prospektpfeifen, deren Guss allen Teilnehmern praktisch in der Gieß- und Zinnwerkstatt vorgeführt wurde, auch noch sehr viele Holzorgelpfeifen gibt, die ebenfalls ausnahmslos händisch gefertigt werden, war den meisten eher nicht neu. Das es aber trotz sorgfältigster Herstellung aller Einzelpfeifen am Ende immer noch einer monatelangen Feinintonation im Intonationsraum bzw. in der Stadtkirche vor Ort bedarf, überraschte die Teilnehmer. Neben diesen genannten 4 Abteilungen (Zinn-, Gieß-, Holz- und Intonationswerkstatt) stand als filigraner und zugleich komplexer krönender Abschluss die Führung durch den Montagesaal auf der brandenburgischen Besuchsagenda. Am Ende dieses beeindruckenden Tages stand das Fazit der Teilnehmer: Hier entsteht etwas ganz Großes. Ein neues Kulturdenkmal. Und wir sind dabei. Hautnah.
November 2024
Was Fips Fleischer und die neue 360 Grad Klangwelt verbinden…
Voller Freude kann verkündet werden, dass die Arbeiten an der neuen 360° Klangwelt in unserer Augustusburger Stadtkirche zügig und planmäßig vorangehen. Das bereits im linken Altarraum, sich ausgesprochen harmonisch zwischen die beiden dortigen Fenster einfügende erste fertiggestellte Filialwerk vermittelt, nachdem nun auch die Einrüstung gefallen ist, den Eindruck, als würde es schon immer ins Ensemble der historischen Kirchenarchitektur gehören. Dabei ist es erst der erste Baustein aus insgesamt dann 6 Teilorgeln, die dem Besucher ein nie dagewesenes und so auch nie gehörtes Klangerlebnis vermitteln werden.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Prozess der Ideenfindung nebst Umsetzung durchaus in seiner Dynamik auch für die Initiatoren spannende Geschichten schreibt, die initial niemals vorstellbar und damit unplanbar waren und an deren Lebendigkeit wir Sie gern teilhaben lassen wollen:
Der 1923 in Hohenfichte geborene Jazzmusiker und Komponist Fips Fleischer, der zumindest in seiner musikalischen Genialität und seinem Beinamen „King of Swing des Ostens“ als einer der bekanntesten Einwohner Augustusburgs weltweite Berühmtheit über die Grenzen seines kleinen Heimatlandes erlangte, war ein begnadeter Marimbaphon-Virtuose. In seinem Musikerkeller wurden legendäre Tonaufnahmen, auch mit seinem Marimbaphon, einstudiert und in alle Welt getragen. Nach seinem Tod im Jahre 2002 gerieten die meisten Instrumente wie auch besagtes Marimbaphon in Vergessenheit – letzteres schlief einen tiefen Dornröschenschlaf in Burgstädt in einer Garage bei Brigitte Fleischer, seiner Tochter, die es freundlicherweise an den Verein 360 Grad e.V. veräußerte. So kehrte das Instrument vor gerade einmal 8 Wochen nach Hause ins heimatliche Augustusbug zurück und wird tatsächlich wachgeküsst ein lebendig spielender Bestandteil der 360° Klangwelt werden. Das „Wie“ wird aktuell noch im Detail final ausgetüftelt; aber zur Eröffnung werden Sie genau das aus dem DDR Fernsehen bekannte Instrument von Fips Fleischer hören und womöglich gar sehen können.
Dass genau jetzt die Tür geöffnet war, das Instrument anzuschaffen, ist ein großer Glücksfall für die Initiatoren und ganz Augustusburg und ist den vielen treuen und fleißigen Spendern zu verdanken, dank derer auch derartige, tatsächlich eben auch ungeplante Änderungen und Ergänzungen ermöglicht werden. Es sind seit Veröffentlichung im vorletzten Anzeiger viele Einwohner und Förderer hinzugekommen, die in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser der 360 Grad Klangwelt die Treue halten und mit ihrer Spende ihre Wertschätzung und Verbundenheit für dieses Vorhaben zeigen.
September 2024
Die erste neue Orgel ist sichtbar!

Eine weitere sehr freudige Nachricht ist, dass nunmehr das erste Filialwerk der neu entstehenden 360 Grad Klangwelt seinen Platz im linken Altarraum sich harmonisch zwischen den beiden Fenstern einfügend gefunden hat. Aus dem aus Eichen und Nadelholz gefertigten Holzgehäuse strahlen die 23 Prospektpfeifen in die Raumtiefe gehend, eben 360 Grad gleich, in schlichtem Glanz in den Altarraum. Im Inneren dieses Filialwerkes werden zwei, ein Flötenprincipal und ein speziell angefertigtes Panflötenregister Raum finden. Es ist eines von dann in der Finalisierung 2 sichtbaren Orgelteilwerken, die gemeinsam mit den weiteren 4, allerdings eher unsichtbaren, Teilorgeln den dann europaweit einmaligen Raumklang erzeugen werden.
August 2024
Barrierefreies Hören – das Gehörlosenregister in Augustusburg
Die aktuell in Augustusburg entstehende 360°-Klangwelt wird als kultureller Leuchtturm eine große Ausstrahlungskraft für den gesamten Mittelsächsischen Musikbereich entwickeln. Das Konzept, sechs Teilorgeln in einem Raum anzuordnen, diese von einem einzigen Generalspieltisch anzusteuern und damit einen nie da gewesenen Raumklang zu erzeugen, ist europaweit einzigartig. Zwei Teilwerke werden auch unter den Sitzbänken beider Emporen verbaut werden, sodass der Besucher Orgel nicht nur hören, sondern, indem er auf den Pfeifen sitzt, auch spüren kann. Über speziell anzubringende Ziergitter in den Trittstufen der Emporen ist gewährleistet, dass die Bassfrequenzen über den gesamte Kirchenraum verteilt werden und dadurch ein Raumklang entsteht. Die Planung, eine Machbarkeitsstudie und eine abschließende Konzeption sind bereits erfolgt, und die Errichtungsarbeiten für dieses durchweg nachhaltige Projekt, an dem sich noch unsere Enkel, Urenkel und weitere Generationen erfreuen können, haben bereits begonnen.
Im Zuge der Installation der 360°-Klangwelt ist die Idee entstanden, ein spezielles Gehörlosenregister zu entwickeln. Dabei handelt es sich um die Errichtung eines Pfeifenregisters, das im menschlichen Infraschallspektrum klingen soll, aber trotzdem deshalb eine gut fühlbare und auch als unterschiedliche Töne wahrnehmbare Installation für Hörgeschädigte darstellen könnte. Die Pfeifen würden im Emporenboden, der eh im Zuge der 360 Grad Klangwelt- Errichtung geöffnet wäre, waagerecht eingelegt; die erzeugten Infraschallwellen würden v.a. oberhalb und unterhalb der Emporen besonders spürbar werden. Physikalisch würde man beim sogenannten 64-Fuß-G Töne im Bereich von 12 Hz Töne erzeugen, die im Grenzbereich des menschlichen Hörvermögens liegen, aber in ihrer Tiefenwirkung sowohl propriozeptiv (über Muskel- bzw. Knochenleitung) als auch schwingungstechnisch deutlich wahrnehmbar und auch unterscheidbar sind. Das normale menschliche Hören bewegt sich i.d.R. im Spektrum von 20 – 20000 Hz (gutes angenehmes Hören von 500 – 6000 Hz). Die gedeckten Pfeifen sind dann ca. 10m lang und würden damit platzmäßig liegend im Emporenboden gut untergebracht werden können. Für nicht hörgeschädigte Zuhörer bliebe tatsächlich ebenfalls der Mehrwert der gefühlten Tiefenwirkung der im Infraschallbereich klingenden Pfeifen, und zwar ebenfalls im gesamten Kirchenraum.
Im Ergebnis entstünde ein völlig neues Register für diese gehandycapten Personengruppen, die dann ein inklusives barrierefreies Hörerlebnis für Gehörlose gewährleisten soll. Es würde damit dem Teilhabegedanken in herausragender Weise gerecht werden können und das in einem für die Personengruppe der Gehörlosen/ Gehörgeschädigter ungeahnten Feld, nämlich der Konsumption von klassischer Instrumentalmusik.
Auf Grund der bereits beschriebenen enorm hohen Resonanz und dem medial begleiteten überregionalen Interesse würden auch nennenswert große Gruppen Gehörloser/ Hörgeschädigter angesprochen werden, die dann dieses inklusive Hörerlebnis genießen könnten. Insofern versprechen sich die Initiatoren einen nachhaltigen Effekt für regionale, v.a. aber auch überregionale Besuchergruppen gehandycapter Menschen in einer zahlenmäßig bedeutsamen Größenordnung. Die technische Machbarkeit ist abgeklärt. Die Umsetzung könnte völlig autark zur 360 Grad Klangwelt- Errichtung erfolgen; Synergien könnten zur Wahrung der Wirtschaftlichkeit gut genutzt werden.
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