Inhaltsverzeichnis
März 2026
Das Instrument des Jahres 2026 und die Augustusburger Klangwelt
Hätten Sie es gewusst? Das Akkordeon trägt 2026 den alljährlich von den deutschen Landesmusikräten vergebenen Titel „Instrument des Jahres“. Und das völlig zu Recht, kann das Akkordeon die Klangfülle eines ganzen Orchesters entfalten, aber auch sanft und leise zum Träumen einladen. Weltweit prägt es Traditionen und ganze Musikgenres wie den argentinischen Tango oder die französische Musette, vor allem deshalb, weil es eine enorme Ausdruckstiefe von Emotion, Rhythmus und Harmonie in einem einzigen Instrument gespielt von einem einzigen Musiker vereint. Die Töne werden durch Luftbewegung erzeugt, also genau wie bei der Orgel. Beide Instrumente (Akkordeon und Orgel) sind sogenannte Aerophone (Luftklinger) mit Tasten und erzeugen ihren Klang durch Luft, die Metallzungen zum Schwingen bringt. Diese Luft wird relativ ähnlich an die Metallzungen gebracht, die dann vibrieren—beim Akkordeon durch dessen Balg, bei der Orgel durch sogenannte Windladen. Schon allein diese Ähnlichkeit verleiht beiden Instrumenten eine klangliche Verwandtschaft. Darüber hinaus nutzen sowohl Akkordeon als auch Orgel oft gleiche Spieltechniken wie Registerzüge für Klangfarben und können über Koppeln verbunden werden, was eine ähnliche musikalische Ausdruckskraft ermöglicht.
Es lag also nahe, dieses Klangwunder Akkordeon, erfunden 1829 in Österreich, in die neue 360 Grad Klangwelt zu integrieren und damit beide Instrumente in einem gemeinsamen Raumklang hören zu können. Was sich theoretisch gut, sinnvoll und einfach anhört, gestaltete sich praktisch als enorme technische Herausforderung. Im bayrischen Orgelbauer und genialen Tüftler Markus Harder Völkmann aus Grasbrunn bei München wurde jedoch ein wahrlich genialer Meister seines Faches gefunden, der diesen zum Plan gewordenen Traum umsetzen konnte. Dabei wurde ein ganz besonderes Akkordeon der Firma Hohner mit insgesamt 45 Diskanttasten genutzt- normale Akkordeons haben nur 41 Diskanttasten- das nunmehr über seine 4 Register (16 Fuß/ 8 Fuß/ 8 Fuß Schwebung/ 4 Fuß) ganz mannigfaltig angespielt werden kann. Das geschieht natürlich über den neuen zentralen Generalspieltisch, von dem aus die 4 Register des Sommerharmonica genannten Akkordeons von allen 3 Manualen und im Pedal angesteuert werden, was durch den Hauptauftragnehmer, der Brandenburger Orgelbaufirma Schuke umgesetzt wurde. Damit hat man fast 6 Oktaven Akkordeon-Klangraum und durch die besonders große Diskanttastenanzahl bei 4 Registern immerhin 16 Töne mehr als klassische Akkordeons. Für ein nahezu stufenloses Laut- und Leiseanspielen sorgt eine ebenfalls von Markus Harder Völkmann extra erdachte raffinierte Mechanik aus 8 Luftbälgen, die die insgesamt 212 Zungen im Akkordeon mit einem Winddruck von 120 mm Wassersäule anblasen. Erklingen wird das Hohner-Akkordeon in einer Stimmung von konstant 440 Hz, so dass die klangliche Kombination aus Akkordeon und Orgel eher bei warmen Temperaturen erklingen wird, was den Namen Sommerharmonica erklärt.
Seinen Platz hat die neue Sommerharmonica im rechten Emporenboden hinter dem Vulkanbassregister gefunden, und da die Mechanik so raffiniert und einzigartig ist und auch die 8 Luftbälge in stetiger Bewegung sein werden, wird durch eine begehbare Sicherheitsverglasung eine Sichtbarkeit dieses einmaligen technischen Wunderwerkes für Führungen und Konzertbesucher gewährleistet. Die Sommerharmonica stellt damit neben den initial immer schon geplanten 6 Filialwerken und der bereits errichteten Marimba von Fips Fleischer als eigenständiges, ebenfalls vom Generalspieltisch ansteuerbares Instrument das 8. Filialwerk der neuen Augustusburger 360 Grad Klangwelt dar. Die Klangwelt erhält damit einmal mehr ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.
Das dieses musikalische Kleinod direkt und greifbar vor unseren Augen in dieser Zeit entstehen kann, ist Ihrer unermüdlichen Unterstützung (allein 222 Einzelspender nur im Monat Dezember) zu verdanken, mit der Sie Ihre Treue und Verbundenheit zum Vorhaben zum Ausdruck bringen und die uns zugleich Antrieb und Ansporn ist, uns und Ihnen ein qualitativ hochwertiges, weit über Augustusburg hinaus strahlendes Kunstwerk abzuliefern. Dafür danken wir Ihnen von Herzen! Obwohl die Arbeiten vor Ort in der Stadtkirche bis zum 9.3. ruhen, werden sie in der Orgelbauwerkstatt im brandenburgischen Werder gerade finalisiert — hier entsteht in seiner letzten Bauphase gerade das Altarfilialwerk, das dann ab Frühjahr in unserer Stadtkirche endmontiert wird. Wir freuen uns mit Ihnen auf das großartige Ergebnis.
Februar 2026
Die Pariser Weltausstellung 1889, Peter Tschaikowski und die Augustusburger 360 Grad Klangwelt
Eine weitere spannende Geschichte zur Augustusburger 360 Grad Klangwelt soll erzählt werden:
Als der Pariser Harmonium-, Orgel- und Klavierbauer Victor Mustel 1886 ein bis dato völlig neues Musikinstrument erfand, das grundlegend an ein Klavier erinnert, aber deren mit Filz bezogene Hämmerchen eben nicht Saiten vertikal, sondern metallene Klangplatten aus Stahl von unten anschlagen, deren Klang hernach über hölzerne Resonatoren verstärkt einen ganz unverwechselbaren, himmlischen Klang hervorbringen, ahnte er nicht, welche weltweite Berühmtheit sein neues Instrument, von ihm Celesta genannt, erreichen würde. Premiere hatte seine Celesta 1889 zur allerersten Weltausstellung in Paris, und ein gewisser Peter Tschaikowski, schon damals eine Berühmtheit, zeigte sich nach einem persönlichen Besuch in Paris dermaßen von dem neuen Instrument und dessen engelsgleichen Klang fasziniert, dass er sofort eins davon bestellte und nach Stankt Petersburg anliefern ließ. Die Anlieferung erfolgte damals mit dem Zug auf dem Petersburger Bahnhof in einer großen schweren hölzernen Kiste, und alle rätselten, was es wohl mit dieser geheimnisvollen Kiste und deren mysteriösen Inhalt auf sich hätte. Schließlich kam Tschaikowski persönlich auf den Bahnhof, um die mysteriöse große schwere Kiste aus Paris abzuholen, um sie gleich nach Hause zu bringen und sie in sein neuestes kompositorisches Werk einzubinden. Als Teil seiner „Nussknacker Suite“ komponierte Tschaikowski den „Tanz der Zuckerfee“ mit dem später weltberühmt gewordenen Solopart für die Celesta und verschaffte dieser damit den internationalen Durchbruch. Seitdem verzaubert der einzigartige Klang der Celesta die internationale Musikwelt. Auch in der Augustusburger Kirche wurde vor nunmehr 3 Monaten eine geheimnisvolle große schwere Kiste mit mysteriösem Inhalt abgegeben, die seither im Seitenschiff der Kirche stand. Und einem Dejavu gleich, wird deren Inhalt, nämlich genau so eine Celesta wie zu Tschaikowskis Zeiten, neuer Bestandteil der entstehenden 360 Grad Klangwelt werden, nur eben, dass unsere Celesta vom weltweit einzigen Hersteller, der traditionsreichen Firma Schiedmayer aus Wendlingen kommt, die diese Instrumente immerhin seit 1890 baut (Tschaikowski bezog seine Celesta damals direkt vom Erfinder Victor Mustel). Dazu wurde sie mit einem speziellen Hebezeug auf die Empore gehoben, denn allein das Gewicht bedingt durch die Stahlplatten des Instruments beträgt knapp 100 kg. Angeschlossen am neuen Generalspieltisch kann sie nun gemeinsam mit den 4.194 Orgelpfeifen in insgesamt 6 Standorten nebst den 2 zusätzlich entstehenden Standorten (Marimba und Sommerharmonica) von einem einzigen Musiker angesteuert werden. Ihren genauen Platz hat sie übrigens in der Hauptorgel in der ersten Etage des Schwellwerkes in luftiger Höhe (ca. 3m hoch), damit man ihren glockengleichen Klang mit dem einzigartigen himmlischen Timbre über immerhin 5 Oktaven auch überall im Kirchenschiff gut hören kann. Auch diese spezielle Kombination aus Orgel und Celesta ist eine Einmaligkeit in Augustusburg, und wir alle sind genau so gespannt wie Sie auf das dann entstandene Klangerlebnis, ist doch das Entstehungsjahr der Augustusburger Jehmlich Orgel (1896) und die Geburtsstunde der Celesta (1886) nahezu deckungsgleich. Außerdem erlebt gerade die Celesta eine große Renaissance in der modernen Musik (z.B. Filmmusik zu Harry Potter). Die Augustusburger Celesta wurde kurz vor Weihnachten zunächst mit einem Kran auf die Empore gehievt, um anschließend mit einem 2. Hebezeug ihren finalen Platz in der Orgel zu finden.
Dezember 2025
Der Weihnachtsengel
Was wäre Weihnachten ohne den Duft von Plätzchen und Lebkuchen? Und was wäre ganz speziell Weihnachten im Erzgebirge ohne die lieb gewordenen Männeln, die uns seit Kindheitstagen begleiten und uns Jahr für Jahr nach ihrem Sommerschlaf wieder die anheimelnde, wohlige Weihnachtsstimmung in unseren Wohnstuben bescheren? Unvorstellbar! Und weil die vielen kleinen Weihnachtsboten mit so viel Freude bei der Sache sind und tatsächlich bei vielen Familien das gesamte Jahr aufgestellt bleiben dürfen, freuen wir uns ganz besonders, dass in diesem Jahr ein weiterer himmlischer Bote zur Schar der Elfpunkte- Engel hinzukommen darf. Die Manufaktur Wendt & Kühn hat exklusiv für den Verein 360 Grad eine Kreation eines himmlischen Boten gestaltet – unter behutsamer Wahrung traditioneller Entwürfe und kreativer Neugestaltung, passend zur neu entstehenden 360 Grad Klangwelt. Die Figur wird in einer kleinen limitierten Auflage gefertigt. Unser Augustusburger Elfpunkteengel trägt stolz eine Orgelpfeife der neuen 360 Grad Klangwelt, während es sich der langbeinige Rotschenkel, der neben vielen anderen einheimischen Vögeln ebenfalls in der neuen Klangwelt zu hören sein wird, auf dem Sockel des Engels gemütlich gemacht hat. In der anderen Hand hält der geflügelte Weihnachtsbote ein Blatt mit dem Logo der neu entstehenden 360 Grad Klangwelt und trägt damit die musikalische Botschaft in die Welt hinaus und in unsere Herzen hinein. Geliefert wird der Weihnachtsbote in einer extra dafür geschaffenen hochwertigen Schachtel, die ebenfalls ein Augustusburger Unikat wie der Engel selbst ist. So gehen die traditionsreiche Firma Wendt und Kühn und die vor unseren Augen entstehende 360 Grad Klangwelt Augustusburg in einer Kooperation aus Historie und Moderne gemeinsame Wege. Sie werden den Elfpunke- Engel mit der Orgelpfeife nicht kaufen können, wohl aber ab Dezember als Dankeschön für Ihre Spende zur Unterstützung der Errichtung der Augustusburger Klangwelt in Höhe von genau 360 Euro ab diesem Zeitpunkt dazu erhalten (ab Spendendatum 1.12.2025). So helfen Sie ganz unmittelbar hier vor Ort, werden quasi Teil der 360 Grad Klangwelt und obendrein ziert das nunmehr geschaffene Kleinod erzgebirgischer Holzkunst als Unikat für viele Jahrzehnte und möglicherweise sogar für Ihre Kinder und Enkel Ihre Weihnachtswolke im heimischen Wohnzimmer.
Aus gemeinnützigkeits- und steuerrechtlichen Gründen und infolge der geschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen Verein und Kunsthandwerksfirma gibt es als Dankeschön für Ihre großartige Unterstützung der 360 Grad Klangwelt einen der auf 360 Stück limitierten geflügelten Wendt und Kühn Boten ausschließlich nur zur Abholung, wenn Sie ab 1.12.25 genau 360 Euro spenden und im Verwendungszweck zusätzlich zu Ihrer Adresse das Stichwort „Engel“ eintragen. Bestenfalls erkundigen Sie sich telefonisch über Verfügbarkeit und Abholemodalitäten. Wir hoffen, ein zusätzliches einmaliges exquisites Angebot an Sie gemacht zu haben, das in der Weihnachtszeit viele Augen strahlen lassen wird und ganz unmittelbar hier vor Ort der Errichtung unserer aller 360 Grad Klangwelt nutzt.
November 2025
Die Alten Römer und Augustusburg oder wie die Urorgel Hydraulis Bestandteil der 360 Grad Klangwelt wird
Wir laden Sie ein, mit uns eine sehr spannende, informative kleine gemeinsame Reise in die Zeit der alten Römer zu unternehmen. Viele uns noch heute ganz selbstverständliche Sachen, liebgewordene Traditionen und einfach nur ganz vertraute Alltagsdinge gehen auf die Zeit des Römischen Reiches, dem Imperium Romanum, zurück; einer zeitweise 3 Kontinente umfassenden blühenden Großmacht, die große Teile Europas, Vorderasiens und Nordafrikas beherrschte und dessen Bestand von der Gründung Roms (ca. 753 v. Chr.) bis zum Untergang des Weströmischen Reiches (476 n. Chr.) dokumentiert ist. So sind Infrastruktur, wie Straßen- und Brückenbau, Wasser- und Abwasserleitungen, Fußbodenheizungen und Betonbau, die lateinische Sprache selbst, die römischen Zahlen, die römische Rechtsprechung, der römische Kalender mit den Monatsnamen, aber auch kulturelle Elemente wie Thermen und das Konzept des Theaters oder Vorläufer von Zeitungen Beleg des bis in die Gegenwart andauernden Einflusses dieser Hochkultur.
Und so ist auch die erste Orgel, die sogenannte Hydraulis (, weil noch Wasserdruck den kontinuierlichen Luftstrom in die Orgelpfeifen erzeugte,) eine Erfindung der Römer. Damals wurde sie allerdings mehr in den großen römischen Arenen bei blutigen Gladiatorenkämpfen, in Amphitheatern oder als repräsentative Hausinstrumente wohlhabender Römer oder sogar am im kaiserlichen Palast am byzantinischen Hof mit Holzwinkeln, der jetzigen Klaviertastatur vergleichbar, Wasser und Luft angesteuert. Tiefe Basstöne fehlten damals noch gänzlich — es waren eher die höheren Flötenpfeifen, damals hergestellt aus Messing als Pfeifenmaterial und Bronze für die Füße und Halteringe, die die Hydraulis Orgeln im heutigen Vergleich als kleinere Instrumente entstehen ließen (Höhe ca. 70-80 cm, Breite ca. 50cm).
Woher wir das wissen? Aus einem, dem einzigen (!), glücklichen Fund einer nahezu kompletten Hydraulisorgel aus dem Jahre 228 n.Chr., der sog. Aquincum Orgel im heutigen Budapest, auf dem Gebiet des damaligen Römischen Reiches, entdeckt und ausgegraben im Jahre 1931, die uns auf Grund ihres extrem guten Erhaltungszustandes und ihrer Vollständigkeit einen authentischen Eindruck ihres Klangbildes geben konnte. Die Ausgrabung - eine Sensation! Diese Hydraulisorgel von Budapest, dem früheren Aquincum, hatte 4 Pfeifenreihen mit jeweils 13 Pfeifen, wovon 3 Pfeifenreihen mit einem ganz markanten Klangbild gedeckt und die 4. Pfeifenreihe offen war und wurde hernach in Gemeinschaftsarbeit von Archäologen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz und Musikwissenschaftlern im Jahre 2011/2012 nachgebaut und zum Klingen gebracht. Auch das war damals in der Fachwelt eine Sensation! Warum erzählen wir das? Der Orgelbauer, der damals den exakten Nachbau gemeinsam mit Archäologen ausgeführt hat, der heute 62 jährige Michael Zierenberg, war damals ein Mitarbeiter der Potsdamer Orgelbaufirma Schuke, eben jener Firma, die in Augustusburg die 360 Grad Klangwelt errichtet.
In der Konzeptionsphase für die Planung der 360 Grad Klangwelt war innerhalb des Vereines ganz unabhängig von der Urorgel der Wunsch entstanden, einige ganz besondere, weltweit einmalige Register zu verbauen, u.a. auch ein weltweit einmaliges Panflötenregister, das seinen Platz in einem der 2 Seitenfilialwerke finden sollte. Mit der Umsetzung dieser Idee betraut, erinnerte sich jener Michael Zierenberg, der damals die Urorgel Hydraulis wieder zum Klingen gebracht hatte und nunmehr seit 2015 selbständiger Orgelbauer geworden war, des mittlerweile etwas in Vergessenheit geratenen Klangbildes der Hydraulisorgel, das einem Panflötensound glich. Und somit war die Idee geboren, Teile der Urorgel in gleicher Mensur, aber in heutigem Material (Orgelmetall 85% Zinn, 15% Blei) quasi eins zu eins in eine neuzeitliche Orgel, nämlich der 360 Grad Klangwelt einzubauen. Das wäre dann tatsächlich eine absolute Weltneuheit. Dabei wird die Mittelage der gedeckten Pfeifen der alten römischen Urorgel mit deren unverwechselbaren einmaligen melodischen Panflötenklang, aber nur einer Oktave Klangraum, mit einem noch größeren Tonumfang im Klangbild jener Panflöte zu hören sein, und das mit genau dem gleichen Spielprinzip der Aquincum-Orgel. Somit entsteht ein komplettes Panflötenregister einer vollkommen für sich stehenden Pfeifenreihe mit einem Tonumfang von 4 Oktaven, chromatisch angerichtet mit 49 Pfeifen in der 360 Grad Klangwelt Augustusburg im linken Filialwerk.
Wie genau das Klangerlebnis sein wird? Das wissen wir auch noch nicht, aktuell weiß es nur Michael Zierenberg, der Potsdamer Orgelbauer und Erbauer/ Erfinder unseres Panflötenregisters; wir sind aber gemeinsam mit Ihnen auf sein Ergebnis gespannt. Hören wir doch dann genau den Orgelklang, dem selbst der berühmte römische Kaiser Nero, ein ausgewiesener, ambitionierter Orgelspieler und -spezialist in der Antike vor über 2000 Jahren an den überliefert vielen Hydraulis-Orgeln in seinem Palast gelauscht hat. Was für eine Geschichte!
Derweil schreiten im irdischen Hier und Jetzt direkt in unserer Stadtkirche die Arbeiten in schnellen Schritten voran: So wird von bis zu 6 Orgelbauern aus dem brandenburgischen Werder gleichzeitig an allen neu entstehenden Filialwerken mit Ausnahme der Altarorgel fleißig gewerkelt. In der Hauptorgel werden ausnahmslos alle Pfeifen demontiert, gereinigt, überholt und teilweise neu angeordnet und intoniert. Einige neue exquisite Register kommen hinzu. Die Lieferung und Montage des neuen Generalspieltisches steht unmittelbar bevor; die Marimba der Augustusburger Swinglegende Fips Fleischer wird montiert genau so wie das neue Sommerharmonica Register (letztere zwei transparent sichtbar als Filialwerk 7 und 8). Restarbeiten erfolgen an den bereits installierten Filialwerken links und rechts neben dem Altar. Dies alles in der gebotenen Behutsamkeit und Sensibilität im denkmalgeschützten Bereich und gleichzeitig in großer Vorfreude auf das Gesamtergebnis.
Oktober 2025
Vom Berggeschrey
Die lange Geschichte des Bergbaues im Erzgebirge beginnend mit dem ersten Berggeschrey um 1170 gefolgt vom 2. (oder großen) Berggeschrey ab 1470 spiegelt sich bis in die Gegenwart wider. Auch die vor unseren Augen neu entstehende 360 Grad Klangwelt sieht sich in dieser Tradition. Die jetzige Augustusburg genauso wie ihr Vorgängerbau, die Schellenburg, stehen auf dem 516m hohen Schellenberg, einem erloschenen Vulkan aus porphyrischem Ergussgestein, auch Quarzporphyr genannt, das vor ca. 280-290 Mio. Jahren im Perm den Burgberg und das gesamte Augustusburger Land formte. Diese Ryolithgesteine verfestigten sich mit Kieselsäure und bildeten den Augustusburger Porphyr — entstanden war ein sehr hartes Gestein, das als Baumaterial bestens geeignet war, z.B. zur Erbauung der Augustusburg selbst, aber auch in der Stadt Schellenberg, dem heutigen Augustusburg, beispielsweise zur Bebauung der Wege und Straßen, namentlich in großen Mengen der Umgehungsstraße um 1860. Dazu wurde der noch heute sichtbare Augustusburger Steinbruch mehrfach aufgefahren und rege genutzt, bevor er seit nunmehr über 100 Jahren in einen Dornröschenschlaf versank.
Schüler der 10. Klasse des Augustusburger Regenbogen-Gymnasiums haben diesen schlafenden Riesen nun in einem Projekt fächerverbindenden Unterrichts (Musik und Geografie) gemeinsam mit dem Schloss Augustusburg und dem Verein 360 Grad e.V. geweckt, um seine porphyrischen Schätze für die 360 Grad Klangwelt nutzbar zu machen. Dazu wurden nach einem von der Orgelbaufirma Schuke bestimmten Modus geeignete Steine definierter Größe und Ausprägung von den Schülern geborgen und nach fachkundiger Beurteilung auf Geeignetheit durch den technischen Leiter des Schlosses, Eckhard Müller zum neuen Verwendungsort, der Stadtkirche, transportiert. Bei dieser Aktion, die allen Beteiligten sichtbar Freude und Spaß bereitete, wurden so ca. 300kg Porphyrgestein geborgen. Die Steine selbst werden, wie bereits berichtet, später für jedermann sichtbar als Beschwerungsgewichte auf die die Orgelpfeifen, v.a. die Basspfeifen, ansteuernden Blasebälge im Emporenboden beidseits aufgebracht. Die Basspfeifen wiederum werden dann den 2 Bassregistern, dem Vulkanbass und dem Gehörlosenregister, die beide bereits fertig verlegt sind, zugeordnet und so als das tiefklingende, wohlige Tonfundament der 360 Grad Klangwelt erklingen.
Die Idee zur Nutzung des porphyrischen Vulkangesteines des Augustusburger Burgberges zur Erzeugung des auch in seiner Tiefenwirkung dumpf grollenden Tones des Vulkanbass‘ wurde im Übrigen von der Leader Erzgebirgsregion Flöha-/ Zschopautal beim Ideenwettbewerb 2025 unter dem Motto „Unser Verein für Natur und Umwelt“ für ihre Nachhaltigkeit prämiert.
Im September ist nun große Geschäftigkeit in die Augustusburger Stadtkirche zurückgekehrt- bis zu 5 Orgelbauer gleichzeitig werden ohne Unterbrechung bis Ende November im gesamten Kirchenraum den Aufbau der 360 Grad Klangwelt voranbringen. Dazu wird natürlich weiter berichtet werden — schließlich entsteht ja hier ein neues Kulturdenkmal - und das direkt vor unseren Augen.
September 2025
Rückblick und Ausblick auf Veranstaltungen
Mit einem Superlativ ist mit Sicherheit die Besucheranzahl mit über 8000 Besuchern bei fast 30 Veranstaltungen zu nennen, genauso wie die riesige Menschenschlange vor dem Kirchpark Open Air „Mit Mozart in die Nacht“, die einer lebendigen Kette gleich bis auf den Markt und zum Lehngericht reichte und teilweise Kapazitätsgrenzen aufzeigte.
Emotionaler Höhepunkt waren aus Sicht der Veranstalter allerdings 2 ganz besondere Kurzkonzerte: die des Ausnahmekünstlers Felix Klieser, der, ohne Arme geboren, in unwahrscheinlich präsenter und eindrucksvoller Virtuosität zeigte, dass ein Wille zwar sprichwörtlich keine Berge versetzt, aber Lebenswege und Ausweglosigkeiten ebnen kann - zweifelsohne ein Gänsehautmoment zum Innehalten.
Und als 2. Veranstaltung die Verabschiedung der „Königin der Instrumente“, der Hauptorgel unserer Stadtkirche, in eine Umbau-, Rekonstruktions- und Neuerfindungsphase, wie es das Instrument seit seiner Errichtung im Jahre 1896 noch nicht erlebt hat.
Hochemotional und bei einigen gesichteten Tränen an diesem Tag, nicht nur unter den Besuchern, sondern auch bei den Organisatoren selbst, verabschiedete sich unser lieb gewordenes Instrument, um nach einer Metamorphose mit nie erlebter Strahlkraft im Herbst des kommenden Jahres für uns alle wieder erklingen zu können. Dieses Konzert, das erstmal das Ende der Bespielbarkeit der Orgel einläutete, war zugleich der Anfang des großen gewaltigen Finales zur Installation der 360 Grad Klangwelt in unserer Kirche.
In einem ab diesem Monat beginnenden Sprint werden nunmehr alle Filialwerke einer gemeinsamen Vollendung entgegensehen. Dabei werden alle geplanten 6 Teilorgeln nach und nach funktionsfähig werden. Hierzu werden in ununterbrochener direkter Präsenz bis zu 6 Mitarbeiter der bauausführenden Orgelbaufirma Schuke aus dem brandenburgischen Werder hier direkt vor Ort tätig werden. Als zusätzliches Sahnehäubchen werden alle 6 Filialwerke mit den bereits beschriebenen Vogelstimmen des französischen Ornithologen François Morel ausgestattet und 2 zusätzliche musikalische Leckerbissen als Filialwerk 7 und 8, die Original- Marimba unseres unvergessenen „Swingkönigs“ Fips Fleischer (hier bereits berichtet) und als weitere Überraschung ein völlig neues Filialwerk „Sommer-Harmonica“ installiert werden. Letztere 2 werden durch eine transparente Gestaltung, ähnlich, wie es die Besucher bei den riesigen Basspfeifen auf den Emporen bereits sehen konnten, für jedermann auch in ihrer Funktionsweise sichtbar gemacht. Freuen Sie sich mit uns auf die ganz großen Baufortschritte und bleiben Sie uns gewogen durch Ihr Mittragen und Ihre Mithilfe.
Dazu wird es beispielweise am 30.11.2025, dem ersten Adventssonntag, um 15 und 17 Uhr ein Weihnachtskonzert mit dem Philharmonischen Kinderchor Dresden ausgerichtet von den 2 Vereinen Lions Club und 360 Grad e.V. geben. Seien Sie dabei und unterstützen Sie auch damit die Errichtung der 360 Grad Klangwelt - und bringen Sie sehr gern Ihre Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn mit.
August 2025
Von Augustusburgern für Augustusburg
„Neue Welten“ beschreitet auch die 360 Grad Klangwelt Augustusburg, die sich zu Ihrer Fertigstellung zu einem weltweit einmaligen musikalischen Kleinod gemausert haben wird. Dabei sind es vor allem ausschließlich regionale Handwerker Augustusburgs und des Augustusburger Landes, die neben der bauausführenden Orgelfirma Schuke, dieses klingende Meisterwerk vor unseren Augen entstehen lassen. Somit kann nicht ohne Brise Stolz gesagt werden, dass Augustusburger für Augustusburger dieses große Vorhaben direkt vor unseren Augen entstehen lassen.
Hervorzuheben sind hier ohne Wertung der Reihenfolge die Erdmannsdorfer Zimmerei Reinhard Arnold, die sämtliche Tischler- und Zimmereiarbeiten in teils unwegsames Terrain v.a. im Bereich der Emporen souverän gemeistert hat. Die ebenfalls in Erdmannsdorf ansässige Elektrofirma Thomas Findeisen hat mit 3 Generationen zum Einsatz gebrachter Fachkompetenz die gesamte Elektro- und Datenübertragungstechnologie erbracht. Ein wahres Meisterwerk gelang der Firma Diamantbohrtechnik Carsten Lohse mit dem Legen von Kernbohrungen in der Gemengelage von einem mitunter überraschendem Bruchstein-, Naturstein- und Ziegelmauerwerk in den teilweise bis zu 3m starken Fensterlaibungen der historischen Stadtkirche, ohne dass auch nur ein klitzekleines Stückchen Putz Schaden genommen hätte. Die Gerüste des Grünberger Gerüstbauers Herbert König ermöglichten überhaupt erst ein Hantieren in luftigen Höhen und mit Hilfe eines eigentlich für die Dachdeckerei genutzten Schrägaufzuges der Marbacher Dachdeckerfirma Andre Molch wurden zugegebenermaßen abenteuerlich die bis zu 10m langen Basspfeifen u.a. des Gehörlosenregisters und des Vulkanbasses auf die Emporen bugsiert. Und, dass wir das meisterliche Zusammenspiel der Registertechnik in Windladen und Pfeifen auch sehen können, verdanken wir der Glaserei von Thomas Lantzsch, deren eingebautes Sicherheitsglas einen Blick in die Emporen für alle Besucher ermöglicht und die Dimensionen erahnen lässt.
Das kollegiale Zusammenspiel all dieser einheimischen Firmen zu sehen, war uns eine große Freude - das Ergebnis ist noch viel beeindruckender! Somit wird die Errichtung der 360 Grad Klangwelt zu einem beredten Zeugnis gelebten bürgerschaftlichen Engagements, der der gesellschaftliche Kit unseres Landes ist und bleibt. Dafür ein großes Dankeschön!
Juli 2025
„Alles kommt vom Bergwerk her“ - auch in der 360 Grad Klangwelt
Auch der Bau der Augustusburger 360 Grad Klangwelt schreitet in großen Teilschritten voran. Die Verwendung einheimischer Materialien wie regionales Fichtenholz oder aber der Guss neuer Prospektpfeifen aus Freiberger Zinn ist ein zentraler Baustein in der Philosophie der Errichtung. Besonders eindrucksvoll soll jedoch der Zusammenhang zwischen dem heimischen, aus porphyrischem Ergussgestein, dem Quarzporphyr, bestehenden Vulkan, der vor über 280 Mio. Jahren, im Zeitalter des Perm, den nunmehr 516m hohen Schellenberg formte, dem Bau von Schloss Augustusburg von 1568 – 1572, dem Wachsen und Entstehen der Stadt Schellenberg mitsamt ihren Häusern und Straßen, die erst viel später in Stadt Augustusburg umbenannt wurde, und der jetzt entstehenden 360 Grad Orgelklangwelt hergestellt werden.
Das Bindeglied all dieser Ereignisse ist genannter Quarzporphyr, ein sehr hartes sprödes Gestein, das sowohl beim Bau von Schloss Augustusburg, der Stadt und nunmehr auch der 360 Grad Klangwelt zum Einsatz kommt. Sie fragen sich sicher, wie denn dieses Vulkangestein Einzug in ein Instrument finden kann - die Antwort ist simpel: Die Orgelpfeifen selbst werden mit Hilfe eines mit Luft gefüllten Balges kontinuierlich mit Luft versorgt, der wiederum mit definiertem Gewicht versehen werden muss, um die Luft auch abgeben zu können. Und genau dieses Gewicht wird durch im hiesigen, extra seit über 100 Jahren Ruhezeit dafür wieder nutzbar gemachten Augustusburger Steinbruch (gelegen am Fuße der Burg) mit Hilfe besagter Porphyrsteine, die dann auf dem Orgelbalg liegen werden, generiert. Dieser Bereich, in dem man dann die Orgel förmlich atmen sehen wird, wird den Besuchern auf der rechten Emporenseite sichtbar gemacht werden, um am Ende das Grummeln im Bauch, hervorgerufen durch die insgesamt zwölf 32 Fuß Pfeifen des Vulkanbassregisters, nicht nur zu hören, sondern auch spüren und sehen zu können. Vielleicht ist es ja das tiefe geheimnisvolle Grummeln des erloschenen Vulkanes unter Ihnen tief im Schellenberg mit seinem porphyrischen Ergussgestein, das Ihnen dieses ganz besondere eindrucksvolle Gesamterlebnis bieten wird - lassen Sie sich überraschen.
Gemeinsam mit dem Gehörlosenregister (letzte Ausgabe des Anzeigers) wird der Vulkanbass die breite wohlige satte Basis der 360 Grad Klangwelt bilden, auf der Sie selbst buchstäblich Platz nehmen dürfen. Alles kommt vom Bergwerk her- auch die 360 Grad Klangwelt, die vor unseren Augen hier entsteht.
Juni 2025
Grönemeyer und die neue „360 Grad Klangwelt”

„Neue Welten“ beschreitet die Augustusburger Stadtkirche aktuell auch mit der Installation der revolutionären „360 Grad Klangwelt“, die in einem fulminanten Baufortschritt immer mehr ihrer Vollendung entgegensieht. Nach dem bereits im vergangenen Jahr fertiggestellten neuen nunmehr schon sichtbaren ersten neuen Filialwerk wurde im vergangenen Monat Mai in einer sehr aufwendigen Installation u.a. neben dem in der Urplanung vorgesehenen Vulkanbassregister auch ein zusätzliches, eigentlich nicht geplantes, waagerecht liegendes Gehörlosenregister, das wiederum ein weltweit absolutes Alleinstellungsmerkmal hier in der 360 Grad Klangwelt besitzen wird, eingebaut.
Die Idee dahinter ist, dass v.a. tiefe Töne in Frequenzen (unter 20 Hertz) klingen, die dem normalen menschlichen Hörvermögen nicht mehr zugänglich sind, also im menschlichen Infraschallspektrum klingen werden, aber die durch eine raffinierte Übertragung der Wellen in ihrer Tiefenwirkung auf Muskulatur und Knochen propriozeptiv gespürt werden können. Damit entsteht nicht nur ein inklusives, barrierefreies Hörerlebnis für Gehörlose und Menschen mit erworbenen Höreinschränkungen, sondern auch gesunde, normal Hörende werden die Musik spüren und fühlen.
Inspiriert durch den Song von Herbert Grönemeyer „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ und nur ermöglicht durch die Unterstützung durch das „Lieblingsplätzeprogramm“ des Landkreises Mittelsachsen werden Sie zukünftig zusätzliche 31 neue Pfeifen, eine Kombination aus 16, 32 und 64 Fuß Pfeifen mit fast 10m Länge selbst erspüren können – angesteuert von zwei separaten Motoren und Gebläsen. Wie das geht? Ganz einfach: Sie werden auf diesen Pfeifen genau so wie auf den Pfeifen des neuen Vulkanbassregisters (darüber wurde berichtet) sitzen können, und zusätzlich durch in die Trittstufen extra eingearbeitete Ziergitter werden sich die wohligen Schwingungen im gesamten Kirchenraum verteilen. Und damit nicht genug: Sie werden sowohl das Gehörlosenregister als auch den Vulkanbass in ihrem Wirken sehen können. Somit gibt’s Musik mit allen Sinnen erlebbar: Hören, Fühlen, Sehen.
Mai 2025
Die Öffnung des Emporenbodens


„Neue Welten“ beschritt nicht nur der Patenkomponist des diesjährigen Musiksommers, Antonín Dvořák, der damals schon dazu eine gehörige Portion Fortune, Mut und Gottvertrauen notwendig brauchte, um mit dem Ozeandampfer nach Amerika auszuwandern, sondern auch wir in Augustusburg beschreiten aktuell musikalisch „Neue Welten“. Mit der Errichtung der „360 Grad Klangwelt“, einer weltweit einzigartigen Klanginstallation, werden weit über 4000 Orgelpfeifen angeordnet in 6 Orgelwerken einen nie gehörten Raumklang vermitteln und mehr noch - durch die Anordnung v.a. tiefer Basspfeifen unter den Emporensitzbänken, werden Sie Orgel nicht nur hören, sondern in der Tiefenwirkung auch fühlen können.
Und genau dafür haben in den letzten Wochen die Vorbereitungen begonnen - unter den fleißigen geschickten Händen der ortansässigen Firmen Zimmerei Arnold und Elektro Findeisen wurden beiden Emporen geöffnet und zur Aufnahme der bis zu 10m langen Basspfeifen, auf denen Sie dann quasi sitzen werden, vorbereitet. Diese Basspfeifen werden einen vulkangleichen, auch in der Tiefenrezeption gut zu spürenden Klang erzeugen, wie Sie ihn noch nie erlebt haben. Hinzu kommt als weitere Sensation und wiederum mit absolutem Alleinstellungsmerkmal hier in Augustusburg der zusätzliche Einbau eines inklusiven Gehörlosenregisters im Infraschallbereich, dessen Realisierung u.a. erst durch die großzügige Unterstützung des Landkreises Mittelsachsen im Rahmen des „Lieblingsplätzeprogrammes“ ermöglicht werden konnte. Dazu werden wir später an dieser Stelle berichten. Ab 5. Mai schließlich werden dann die besagten Pfeifen ihren Weg aus der Werkstatt der Orgelbaufirma Schuke in Werder zu uns ins Erzgebirge antreten, um gemeinsam mit den bereits vollendeten und installierten Teilinstrumenten wohlklingender und harmonischer Bestandteil der neuen „360 Grad Klangwelt werden zu können.
Ein neues Kulturdenkmal entsteht direkt vor Ihren Augen - und Sie können gern dabei sein! Die finale Fertigstellung wird bis Ende 2025/ Anfang 2026 unsere Geduld strapazieren, aber auch die große Vorfreude für das, was dort entsteht, steigern.
April 2025
Mittendrin in der Natur - Wie die Vögel Einzug in die 360 Grad Klangwelt halten werden
Einem Leuchtturm gleich steht die Augustusburg weit sichtbar von allen Seiten im Vorerzgebirge, und das seit über 450 Jahren. Die neu entstehende 360 Grad Klangwelt soll nach ihrer Fertigstellung ein kultureller, musikalischer Leuchtturm ebenfalls für viele Generationen werden und dazu bedarf es vieler Raffinessen, die dann im Gesamtergebnis ein wirkliches Kleinod mit Alleinstellungsmerkmal entstehen lassen. So war es tatsächlich ein riesengroßer Glücksfall, dass wir bei den Recherchen und Vorplanungen auf den französischen Naturforscher und Ornithologen François Morel aus Beaumont-en-Diois im Département Drôme gestoßen sind, der sich seit seiner Kindheit mit Vogelstimmen beschäftigt. Jede von ihm in Handarbeit hergestellte Pfeife ist ein Kunstwerk, und so sind im Laufe von mehr als 6 Jahrzehnten über 100 unterschiedliche Vogelstimmen von mehr als 60 verschiedenen Vögeln zusammengekommen: formschön, einzigartig und in der Tonumsetzung täuschend echt. Mal eine Flöte. Eine Pfeife. Ein Blas- Klopf- oder Zuginstrument, mal mit einem Gummibalg, mal mit Metall, mal mit Mundstück oder aber auch ohne. Je nachdem, wie das Individuum zwitschert. Fünf Jahre lagern die Hölzer, bis daraus eine Flöte wird. 12000 Pfeifen macht Morel jedes Jahr und verkauft sie in Länder aller Kontinente. Alles mit der Hand. Er wolle mit den Vögeln sprechen, sagt Morel. Und, das sei eine Kunst.
Und nachdem wir Francois unser Projekt vorgestellt hatten- was infolge der Sprachbarrieren zugegebenermaßen abenteuerlich verlief (wir sprechen nicht französisch, er nicht deutsch oder englisch)- haben wir gemeinsam mit ihm, dem Vogelflüsterer, unter dem Blickwinkel der prinzipiell technischen Umsetzung acht Vögel ausgewählt, die dann 360 Grad in der neuen Klangwelt einzeln oder gemeinsam, verteilt über den gesamten Kirchenraum zwitschern werden. Da es auch so etwas weltweit noch nicht gibt, ist die finale Umsetzung durch die Orgelbaufirma ebenfalls eine besondere, spannende Herausforderung. Die Herstellung der Vogelstimmenunikate hat der schon 73-jährige François Morel in seiner Firma „Quelle est belle“ - was frei übersetzt so viel heißt wie: „Ach, ist das schön!“- bereits im vergangenen Jahr beendet. Und es wird wirklich wunderschön werden, wenn unsere gefiederten Freunde mit ihrem Zwitschern, Pfeifen und Tirilieren in jedem einzelnen Filialwerk der 360 Grad Klangwelt Einzug halten werden und Sie, liebe Besucher, sich mittendrin in die Natur versetzt fühlen. Die Bebilderung des Artikels gibt Auskunft, welche Vogelarten durch die Tür unserer Kirche flattern dürfen und sich hernach ein Nest in unserer 360 Grad Klangwelt bauen dürfen: Der Rotschenkel, der Grünspecht, der Uhu, die Nachtigall, die Lachmöwe, der Kuckuck und zwei Sperlinge.
März 2025
Was Fontanes John Maynard mit der neuen Augustusburger 360 Grad Klangwelt verbindet
Die Installation der neuen 360° Klangwelt in unserer Augustusburger Stadtkirche, die in großen Schritten voranschreitet und damit auch einen Blick auf das Gesamtwerk erahnen lässt, schreibt tatsächlich nahezu täglich neue hübsche Geschichten, an denen wir Sie sehr gern teilhaben lassen wollen. Aktuell stehen die Röhrenglocken, die in einem eigenen Filialwerk in Analogie zur bereits sichtbaren gegenüberliegenden Teilorgel, hergestellt sind, im Mittelpunkt der fortschreitenden Montagearbeiten. Die ein richtiges Glockengeläut imitierenden, aus ca. 3 cm dickem Messing bestehenden Röhren unterschiedlicher Länge wurden ursprünglich erschaffen, um in einem Orchester Platz zu sparen ohne auf den präsenten, volltönigen Klang von Kirchenglocken verzichten zu müssen und sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts durchaus gebräuchlich.
Im entstehenden Augustusburger Röhrenglockenwerk besteht die Einmaligkeit und Besonderheit darin, dass mit insgesamt 37 Röhrenglocken ein Klangumfang von ca. 3 Oktaven abgebildet wird. Die unterschiedlichen Töne werden durch die verschiedenen Längen der Röhren generiert - die Röhrenglocke mit dem höchsten Ton wird ca. 70cm lang sein, die ihrer tiefsten Schwester hingegen reichlich 2,10m und das mit einem Gesamtgewicht von ca. 104 kg! (Die amerikanische Herstellerfirma hat tatsächlich die tiefste von uns beauftragte Röhre nicht mehr auf die Drehbank bekommen und musste bei der Herstellung ein wenig „improvisieren“.)
Alle Röhrenglocken werden dann ungedämpft mit über die Orgeltastatur vom Generalspieltisch angesteuerten Elektromagneten zum Klingen gebracht und das mit bis zu 10 Fingern! Bleibt die Frage nach Theodor Fontanes John Maynard! Bekannterweise flog der ja mit seiner Schwalbe über den amerikanischen Eriesee. Und auch unsere Röhrenglocken haben den Eriesee in Pennsylvania gesehen - sind sie doch in der amerikanischen Stadt Erie extra für unsere Augustusburger 360 Grad Klangwelt erbaut worden. Hernach sind sie dann über den großen Teich nach Lich zur dortigen Firma der Gebrüder Julian & Philipp Heuss transportiert worden, die ihnen dann den wohlklingenden volltönigen Klang eingehaucht hat. Wir alle freuen uns auf die baldige Montage hier in unserer Kirche und die dann zum Klingen kommenden wohligen Glockentöne.
Januar 2025
Das Filialwerk Ost – Glockenklang von Übersee!

Die edlen, dezent goldfarbenen 35 Röhrenglocken sind echte Unikate und eine Spezialanfertigung für Augustusburg - sie werden aus den USA über den Seeweg zu uns gebracht und lehnen sich in der Gestaltung an das bereits montierte neue Filialwerk West an. Deren exquisiter Klang wird eine überaus spannende harmonische Bereicherung des Klangspektrums bewirken. Letzte Montagearbeiten laufen aktuell - voraussichtlicher Montagezeitpunkt des Werkes in unserer Kirche ist Februar 2025.
Die Pfeifen im Emporenboden – Freigabe für unseren Vulkan!
Nach Abschluss der Konstruktion aller 43 Holzpfeifen erfolgt hier ein inspirierender und zugleich schöpferischer Abstimmungsprozess zur Gestaltung. Die Raffinesse dabei ist, dass der Zuhörer faktisch auf den Pfeifen sitzen wird und damit Musik nicht nur hört, sondern auch fühlt. Durch die nunmehr geplante optische Gestaltung mit Glaselementen, wird dem Besucher zusätzlich ein Blick ins Innere der Pfeifenkonstruktion im Emporenboden ermöglicht, so dass man sehen kann, wie Orgel funktioniert. Auch das gibt es dann nur in Augustusburg! Der Arbeitsprozess mit Zimmerei, Elektriker und Orgelbaufirma befindet sich aktuell in der finalen Planungsphase.
Die Hauptorgel & Altarorgel
Für alle großen Maßnahmen laufen aktuell die Planungen und Konstruktionen. Der Ausbau und die Erweiterung der Hauptorgel starten im Sommer 2025, u.a. mit der technischen und klanglichen Erweiterung der Hauptorgel um 6 Register. Durch die Verwendung völlig neuer, exquisiter Register (z.B. Celesta) entsteht auch hier ein völlig neues, sehr subtiles Klangerlebnis unter Wahrung des historischen, romantischen Charakters der Orgel.
Der Spieltisch – Tasten, Knöpfe und Zahlen über Zahlen
Die Detail-Konfiguration des neuen Generalspieltisches, von dem in Zukunft alle 6 Teilorgeln gleichzeitig angesteuert werden, wurde im November abgeschlossen und der Auftrag zur Herstellung ausgelöst. Gleich mit Beginn des neuen Jahres 2025 wird die Firma Heuss den Spieltisch mit all seinen 3 Manualen, Pedal, 157 Registerschaltern, 24 Leuchtdrucktastern, 4 Fußpistons, 183 Manualtasten (mit sehr edlen Naturbelägen, z.B. aus Ebenholz) und 30 Pedaltasten (Eiche) anfertigen.
Unser Marimbaphon-Register – nach vielen Weltreisen zurück in Augustusburg
Ein wahrer Coup ist in diesem Sommer gelungen! Das originale Marimbaphon der Jazz-Legende Fips Fleischer (1923-2002), dem weltbekannten Swingmusiker aus Augustusburg, kommt nach vielen Konzertreisen um den gesamten Globus zurück nach Hause, zurück nach Augustusburg! Mithilfe eines speziellen, raffiniert ausgeklügelten, ganz einmaligen Ansteuerungs-Mechanismus‘ wird das Schlaginstrument Teil unserer 360° Klangwelt und wird sich mit dem kecken Klang seiner über 40 Klangröhren unter die über 4000 Pfeifen mischen. Auch hier soll neben dem akustischen Hochgenuss dieses Spitzeninstrumentes eine Sichtbarmachung ermöglicht werden. Eben Musik mit allen Sinnen genießen!
Dezember 2024
Einmal den Orgelbauern über die Pfeifen schauen…
„Einmal sehen ist besser, als zehnmal hören.“ – Getreu dieses Mottos versammelten sich Helferinnen und Helfer des Augustusburger Musiksommers am 20.11., dem Buß- und Bettag, um in der Orgelbauwerkstatt der Alexander Schuke Orgelbau GmbH im brandenburgischen Werder mit eigenen Augen den Baufortschritt der Teilorgeln zur neuen 360° Klangwelt zu sehen. Und sie kamen aus dem Staunen nicht heraus: Kurzweilig, informativ und launig konnten sich die fast 50 Orgelinteressierten im Alter von 15 bis 87 Jahren, fachkundig geführt von den zwei geschäftsführenden Brüdern der Orgelbaufirma, Michael und Johannes Schuke, in den dortigen Werkstätten ein eigenes Bild vom Entstehen und Wachsen der Augustusburger 360° Klangwelt machen.
Dass es auch für den Augustusburger Orgelneubau neben Zinn-Prospektpfeifen, deren Guss allen Teilnehmern praktisch in der Gieß- und Zinnwerkstatt vorgeführt wurde, auch noch sehr viele Holzorgelpfeifen gibt, die ebenfalls ausnahmslos händisch gefertigt werden, war den meisten eher nicht neu. Das es aber trotz sorgfältigster Herstellung aller Einzelpfeifen am Ende immer noch einer monatelangen Feinintonation im Intonationsraum bzw. in der Stadtkirche vor Ort bedarf, überraschte die Teilnehmer. Neben diesen genannten 4 Abteilungen (Zinn-, Gieß-, Holz- und Intonationswerkstatt) stand als filigraner und zugleich komplexer krönender Abschluss die Führung durch den Montagesaal auf der brandenburgischen Besuchsagenda. Am Ende dieses beeindruckenden Tages stand das Fazit der Teilnehmer: Hier entsteht etwas ganz Großes. Ein neues Kulturdenkmal. Und wir sind dabei. Hautnah.
November 2024
Was Fips Fleischer und die neue 360 Grad Klangwelt verbinden…
Voller Freude kann verkündet werden, dass die Arbeiten an der neuen 360° Klangwelt in unserer Augustusburger Stadtkirche zügig und planmäßig vorangehen. Das bereits im linken Altarraum, sich ausgesprochen harmonisch zwischen die beiden dortigen Fenster einfügende erste fertiggestellte Filialwerk vermittelt, nachdem nun auch die Einrüstung gefallen ist, den Eindruck, als würde es schon immer ins Ensemble der historischen Kirchenarchitektur gehören. Dabei ist es erst der erste Baustein aus insgesamt dann 6 Teilorgeln, die dem Besucher ein nie dagewesenes und so auch nie gehörtes Klangerlebnis vermitteln werden.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Prozess der Ideenfindung nebst Umsetzung durchaus in seiner Dynamik auch für die Initiatoren spannende Geschichten schreibt, die initial niemals vorstellbar und damit unplanbar waren und an deren Lebendigkeit wir Sie gern teilhaben lassen wollen:
Der 1923 in Hohenfichte geborene Jazzmusiker und Komponist Fips Fleischer, der zumindest in seiner musikalischen Genialität und seinem Beinamen „King of Swing des Ostens“ als einer der bekanntesten Einwohner Augustusburgs weltweite Berühmtheit über die Grenzen seines kleinen Heimatlandes erlangte, war ein begnadeter Marimbaphon-Virtuose. In seinem Musikerkeller wurden legendäre Tonaufnahmen, auch mit seinem Marimbaphon, einstudiert und in alle Welt getragen. Nach seinem Tod im Jahre 2002 gerieten die meisten Instrumente wie auch besagtes Marimbaphon in Vergessenheit – letzteres schlief einen tiefen Dornröschenschlaf in Burgstädt in einer Garage bei Brigitte Fleischer, seiner Tochter, die es freundlicherweise an den Verein 360 Grad e.V. veräußerte. So kehrte das Instrument vor gerade einmal 8 Wochen nach Hause ins heimatliche Augustusbug zurück und wird tatsächlich wachgeküsst ein lebendig spielender Bestandteil der 360° Klangwelt werden. Das „Wie“ wird aktuell noch im Detail final ausgetüftelt; aber zur Eröffnung werden Sie genau das aus dem DDR Fernsehen bekannte Instrument von Fips Fleischer hören und womöglich gar sehen können.
Dass genau jetzt die Tür geöffnet war, das Instrument anzuschaffen, ist ein großer Glücksfall für die Initiatoren und ganz Augustusburg und ist den vielen treuen und fleißigen Spendern zu verdanken, dank derer auch derartige, tatsächlich eben auch ungeplante Änderungen und Ergänzungen ermöglicht werden. Es sind seit Veröffentlichung im vorletzten Anzeiger viele Einwohner und Förderer hinzugekommen, die in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser der 360 Grad Klangwelt die Treue halten und mit ihrer Spende ihre Wertschätzung und Verbundenheit für dieses Vorhaben zeigen.
September 2024
Die erste neue Orgel ist sichtbar!

Eine weitere sehr freudige Nachricht ist, dass nunmehr das erste Filialwerk der neu entstehenden 360 Grad Klangwelt seinen Platz im linken Altarraum sich harmonisch zwischen den beiden Fenstern einfügend gefunden hat. Aus dem aus Eichen und Nadelholz gefertigten Holzgehäuse strahlen die 23 Prospektpfeifen in die Raumtiefe gehend, eben 360 Grad gleich, in schlichtem Glanz in den Altarraum. Im Inneren dieses Filialwerkes werden zwei, ein Flötenprincipal und ein speziell angefertigtes Panflötenregister Raum finden. Es ist eines von dann in der Finalisierung 2 sichtbaren Orgelteilwerken, die gemeinsam mit den weiteren 4, allerdings eher unsichtbaren, Teilorgeln den dann europaweit einmaligen Raumklang erzeugen werden.
August 2024
Barrierefreies Hören – das Gehörlosenregister in Augustusburg
Die aktuell in Augustusburg entstehende 360°-Klangwelt wird als kultureller Leuchtturm eine große Ausstrahlungskraft für den gesamten Mittelsächsischen Musikbereich entwickeln. Das Konzept, sechs Teilorgeln in einem Raum anzuordnen, diese von einem einzigen Generalspieltisch anzusteuern und damit einen nie da gewesenen Raumklang zu erzeugen, ist europaweit einzigartig. Zwei Teilwerke werden auch unter den Sitzbänken beider Emporen verbaut werden, sodass der Besucher Orgel nicht nur hören, sondern, indem er auf den Pfeifen sitzt, auch spüren kann. Über speziell anzubringende Ziergitter in den Trittstufen der Emporen ist gewährleistet, dass die Bassfrequenzen über den gesamte Kirchenraum verteilt werden und dadurch ein Raumklang entsteht. Die Planung, eine Machbarkeitsstudie und eine abschließende Konzeption sind bereits erfolgt, und die Errichtungsarbeiten für dieses durchweg nachhaltige Projekt, an dem sich noch unsere Enkel, Urenkel und weitere Generationen erfreuen können, haben bereits begonnen.
Im Zuge der Installation der 360°-Klangwelt ist die Idee entstanden, ein spezielles Gehörlosenregister zu entwickeln. Dabei handelt es sich um die Errichtung eines Pfeifenregisters, das im menschlichen Infraschallspektrum klingen soll, aber trotzdem deshalb eine gut fühlbare und auch als unterschiedliche Töne wahrnehmbare Installation für Hörgeschädigte darstellen könnte. Die Pfeifen würden im Emporenboden, der eh im Zuge der 360 Grad Klangwelt- Errichtung geöffnet wäre, waagerecht eingelegt; die erzeugten Infraschallwellen würden v.a. oberhalb und unterhalb der Emporen besonders spürbar werden. Physikalisch würde man beim sogenannten 64-Fuß-G Töne im Bereich von 12 Hz Töne erzeugen, die im Grenzbereich des menschlichen Hörvermögens liegen, aber in ihrer Tiefenwirkung sowohl propriozeptiv (über Muskel- bzw. Knochenleitung) als auch schwingungstechnisch deutlich wahrnehmbar und auch unterscheidbar sind. Das normale menschliche Hören bewegt sich i.d.R. im Spektrum von 20 – 20000 Hz (gutes angenehmes Hören von 500 – 6000 Hz). Die gedeckten Pfeifen sind dann ca. 10m lang und würden damit platzmäßig liegend im Emporenboden gut untergebracht werden können. Für nicht hörgeschädigte Zuhörer bliebe tatsächlich ebenfalls der Mehrwert der gefühlten Tiefenwirkung der im Infraschallbereich klingenden Pfeifen, und zwar ebenfalls im gesamten Kirchenraum.
Im Ergebnis entstünde ein völlig neues Register für diese gehandycapten Personengruppen, die dann ein inklusives barrierefreies Hörerlebnis für Gehörlose gewährleisten soll. Es würde damit dem Teilhabegedanken in herausragender Weise gerecht werden können und das in einem für die Personengruppe der Gehörlosen/ Gehörgeschädigter ungeahnten Feld, nämlich der Konsumption von klassischer Instrumentalmusik.
Auf Grund der bereits beschriebenen enorm hohen Resonanz und dem medial begleiteten überregionalen Interesse würden auch nennenswert große Gruppen Gehörloser/ Hörgeschädigter angesprochen werden, die dann dieses inklusive Hörerlebnis genießen könnten. Insofern versprechen sich die Initiatoren einen nachhaltigen Effekt für regionale, v.a. aber auch überregionale Besuchergruppen gehandycapter Menschen in einer zahlenmäßig bedeutsamen Größenordnung. Die technische Machbarkeit ist abgeklärt. Die Umsetzung könnte völlig autark zur 360 Grad Klangwelt- Errichtung erfolgen; Synergien könnten zur Wahrung der Wirtschaftlichkeit gut genutzt werden.
Weiter zur Registerübersicht?
Weiter zur Beteiligung?
Weiter zur Veranstaltungen?
